MUSTERFESTSTELLUNGSKLAGE GEGEN DIE VW AG

Inzwischen wurde die Musterfeststellungsklage beim Oberlandesgericht Braunschweig eingereicht.

 

Wir möchten hier auf die sehr informative Seite der Verbraucherzentrale Bundesverband verweisen. Alle Informationen zur Musterfeststellungsklage finden Sie hier detailliert und genau beschrieben.

Unser Meinung hierzu:

 

Das neu Musterfeststellungsverfahren, das u.a. auch der ADAC als Kooperationspartner begleitet, kommt viel zu spät und bringt den Geschädigten erst einmal für eine weitere lange Zeit keine Entschädigung, wenn überhaupt.

 

Das Musterfeststellungsverfahren ist eingeleitet. Das Register ist eröffnet (Informationen hierzu finden Sie hier). Allerdings ist mit einer Entscheidung in diesem Verfahren voraussichtlich nicht vor einem oder gar zwei Jahren, zu rechnen. Es ist ein Verfahren, das grundsätzlich feststellen soll, dass VW schadensersatzpflichtig ist. Sollte dies dann nach langer Zeit festgestellt werden, muss jeder Betroffene wieder selbst seine individuellen Ansprüche gegenüber VW geltend machen.

 

Das wird wahrscheinlich nur durch eine neue individuelle, kostenträchtige und langwierige Klage möglich sein. Diese nimmt auch wieder mindestens ein Jahr in Anspruch, sodass nach diesem langen Zeitablauf davon auszugehen ist, dass es keine Skandalautobesitzer mehr geben wird, die entschädigt werden müssen. Warum? Weil nach Jahren des Streits dann kaum noch Autos vorhanden sein werden, deren Besitzer einen Anspruch hätten. Entweder sind die Pkws inzwischen verkauft worden (insbesondere wegen der drohenden Dieselfahrverbot) oder sie sind verunfallt etc. Oder am Ende sind diese Pkws noch vorhanden, aber mit einer hohen Laufleistung. In diesem Fall wird dann die Entschädigung nahezu Null gehen. Dies da derzeit davon auszugehen ist, dass jeder Verbraucher sich die gefahrenen Kilometer als Nutzungsentschädigung auf den zu erstattenden Kaufpreis anrechnen lassen muss (im Rahmen der Musterfeststellungsklage soll jedoch auch geklärt werden, ob dies der Fall ist). Da derzeit die Gerichte fast regelmäßig eine Gesamtlaufleistung von max. 250.000 km annehmen (wobei wir eine andere rechtliche Auffassung vertreten, dass z.B. bei dem 2,0 l Motor durchaus 400.000-450.000 km angesetzt werden können, zumal der VW-Konzern damit geworben hat, dass seine Diesel-Motoren besonders langlebig sind!) ist die Nutzungsentschädigung so hoch, dass am Ende sogar noch ein Negativbetrag für den Verbraucher übrig bleibt.

 

m Übrigen können wir aus unserer Erfahrung heraus nicht aus voller Überzeugung sagen, dass gerade der ADAC ein Interesse daran hätte, sich mit einem Autokonzern wirklich anzulegen.

 

Die Verbraucherzentrale möchten wir hiervon ausdrücklich ausnehmen: Hier haben wir sehr gute Erfahrungen gemacht die gute Arbeit gerade für den Schutz der Verbraucher leisten.

 

Wir können daher Verbrauchern, die  für diesen Fall rechtsschutzversichert sind, nur anraten Ihrer Ansprüche noch dieses Jahr rechtzeitig individuell geltend zu machen.

 

Grundsätzlich bietet aber die Musterfeststellungsklage auch für andere Verbraucher, die das Kostenrisiko nicht tragen wollen, sich nicht lange mit einem Verfahren auseinandersetzen wollen oder aus welchen Gründen auch immer, die Möglichkeit, auf einfachem Wege die drohende Verjährung zum 31.12.2018 zu unterbrechen.


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